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Die tausendjährige Dorfgeschichte von Welleringhausen

Luftaufnahme von Welleringhausen

In der Völkerwanderungszeit im 4. Jahrhundert waren die Sachsen von Osten kommend bis zum Rhein vorgedrungen und haben dabei auch den ganzen nördlichen und westlichen Teil vom heutigen Waldeck erobert und besiedelt. Der westliche Teil Waldecks, zudem auch der ehemalige Kreis des Eisenberges zählte gehörte dem niedersächsischen Stammesraum an.

Neben urkundlichen Belegen und Bodenfunden waren für die Altersbestimmungen und Zuordnung der altsächsischen Ansiedelungen die auf „husen“ - endenden Ortsnamen charakteristisch. Als Erstglied des Siedlungsnamen wurde eine Person oder Personengruppe gesetzt, der/die in der Siedlung lebte(n). Der Personenname, der dem Wortteil „Weller“ zugrunde liegt, ist mit dem zuerst um 985/986 nachgewiesenen, gleich zu behandelnden Ortsnamen „Waliereshusun“, in der weiteren Nachbarschaft der Siedlung, überliefert. Eine Person, die auch das spätere Welleringhausen gegründet haben könnte, hat also zu oder vor diesem Zeitpunkt gelebt.

In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts startete Kaiser Karl der Große „die Sachsenkriege“. Dessen Eroberungszüge zur Vergrößerung des Frankenreiches erreichten auch das Waldecker Land. Zum Schutz der rückwertigen Verbindungen und Verkehrswege ließ der Kaiser befestigte Reichshöfe anlegen. Einen solchen Königshof war zweifelsfrei auf dem  Kilianshügel in der Korbacher Altstadt vorhanden. Neben den Reichhöfen kam es nun im unterworfenen Gebiet der Sachsen zu Gründung von fränkischen Siedlungen, die wiederum in Gauen eingeteilt wurden. Die „Ittergau“ ragte in den südwestlichen Teil des einstigen Kreises des Eisenberges hinein. Die Siedlung „Waliershusun“ hat hingegen anderer, diesen Verteilungsprozess, die nachfolgenden mittelalterlichen Rodungsperioden und den spätmittelalterlichen Wüstungsprozess unbeschadet überstanden.

Hand in Hand mit der Landeroberung der Franken schritten unter dessen Herrschaft auch die Missionstätigkeiten und die Christianisierung der Bewohner durch die Kirche voran. Dem Bistum Paderborn und dem Weserkloster Corvey gelang es schon früh Landbesitz durch Schenkungen in der Ittergau zu erwerben. Ein weiteres Indiz zur Altersbestimmung von Welleringhausen findet man in den Schenkungsabschriften aus dem 15. Jahrhundert an das Klosters Corvey, die auf das 9. und 10. Jahrhundert datiert sind. Hierin wird der Ortsname vom Typ „Wellershausen“ oftmals erwähnt. Aufgrund dieser urkundlichen Belege kann man das Alter von Welleringhausen mit großer Wahrscheinlichkeit, auf die Jahre zwischen 950 und 1050 zurückführen.

Namensänderungen:
985/986                      Waliereshusun
11. Jahrhundert            Waliereshusen
1223                           Weltricheshusen
1313                           Welterkusen  /  Weltersinchusz
1338                           Weltzerdinchusen  /  Welteringhusen
1344                           Welteringhusen
1368                           Welderissonhusen
1500                           Welderckusen
1537                           Welderckhausen
1593                           Welterkausen
1693                           Welterkaus
1728                           Welleringhausen
Älteste erhaltene Gebäude / Einrichtungen des Dorfes
Romanische Wehrkirche                                                            Ende des 12 Jahrhunderts
Brunnen der Bauernfamilie mit Hausnamen Kuethen                     1449
Ehem. Bauernhaus der Familie mit Hausnamen Thielen                 1803
Alte Dorfschule unterhalb der Kirche                                           1841
Ehemaliges Bauernhaus der Familie mit Hausnamen Wellwegen     1848
Ehemaliges Bauernhaus der Familie mit Hausnamen Schostes        1850
Zum Bau der alten Gebäudemauern wurden fast ausschließlich gebrochenen Steine aus dem nahe gelegenen „Steinberge“ oder aus einem westlich gelegenen Steinbruch als Baumaterial verwendet. Der Bruchstein wird wegen des vulkanischen Ursprunges auch als die Vulkanliste von Welleringhausen bezeichnet.
Quelle:                       Tausendjähriges Welleringhausen
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