Springen Sie direkt:



- A +

Jüdische Siedlung an der Grenze zum Fürstentum Waldeck

Blick vom Kuhtenberg ins Judenloch

Jüdische Siedlung im Mittelalter: Unter dem Schutz des Probsthofes Wieferinghausen war hier unten im Talgrund, mitten in einem alten Goldabbaugebiet an der Westfälisch - Waldeckischen Grenze, „am Pottweg“ (historischer Botenweg) eine jüdische Ansiedlung mit ca. 3 - 4 Höfen entstanden (Flurbezeichnung „Judenloch“). Im Jahr 1336 übereignet Graf Wilhelm von Arnsberg seinem Dienstmann Abraham „de Weltersinhuszes“ = Verwalter seines Hauses, (des Grafen von Arnsberg) eine von ihm lehenrührige Hufe zu „Walderzkenhuszen“ = Welleringhausen (Verwalterhaus der Erzstollen). Im 14. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Hungersnöten, hervorgerufen durch den Kälteeinbruch 1312 - 1316 in Europa, durch die Kriegswirren und durch das Auftreten von Seuchen und der Pest. Die Pest („der schwarze Tod“) erreichte 1348 auch das Upland. Viele Bewohner starben und ihre Besitztümer wurden herrenlos. Zudem wurden die Juden zu Sündenböcken gemacht und ermordet. Ihr bewegliches Vermögen wurde unter den Mördern aufgeteilt. Ob die jüdischen Höfe im 16. Jahrhundert noch existierten, ist nicht bekannt. Nach der Reformation wurde Waldeck evangelisch. Jüdische Händler durften in dieser Zeit nicht nach Waldeck einreisen und lagerten deshalb vor der Grenze am sogenannten „Judenloch“. Mit dem „Wüstwerden“ von Wieferinghausen im 30- jährigen Krieg ist wohl auch die jüdische Siedlung aufgegeben worden.

topJump